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Handy oder Sirene - Thema der Zivilschutz-Generalversammlung

  • GV-2008-Artikel ©
Zur Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall sind Sirenen weiterhin unverzichtbar und unersetzbar - denkbar ist jedoch, in Zukunft dem Handy eine ergänzende Rolle zuzugestehen.

Mögliche Szenarien wurden im Rahmen der Diskussion „Handy statt Sirene?“ bei der Generalsversammlung des Kärntner Zivilschutzverbandes im Haus des Landesfeuerwehrverbandes in Klagenfurt diskutiert.

Wie wichtig schnelle Alarmierung der Bevölkerung im Notfall sein kann, zeigen Katastrophen immer wieder. Bis jetzt sind es in Kärnten über 870 Sirenen, die im Fall des Falles Laut geben.
„Sie sind auch weiterhin unverzichtbar wie unersetzbar, und in Kombination mit der aktuellen Radio-Meldung die primäre und zuverlässigste Warnmöglichkeit in unserem Land,“stellte Egon Rauter, Leiter der Unterabteilung Sicherheitsangelegenheiten vom Amt der Kärntner Landesregierung, gleich zu Beginn seines Diskussionsbeitrages ohne Wenn und Aber fest.


Nichts biete derzeit ein höheres Maß an Sicherheit für die Kärntner Bevölkerung, wenn es darum gehe, sie im Katastrophenfall schnell und zuverlässig zu warnen. Wichtig sei in jedem Fall die Restrisikominimierung, die aufgrund des flächendeckenden Alarm- und Warnsystems nahezu im Nullbereich liege. Sollte irgendwann einmal das Handy als warnendes Kommunikationsmittel eingesetztbar sein, so sei eine der Kernfragen auch die Kostenfinanzierung.

Da Mobiltelefone und ihr Drumherum für die Alarmierung und Warnung im Katatstrophenfall derzeit noch nicht geeignet sind, empfehlen Kommunikationsexperten mit Blick in die Zukunft die Verwendung von Broadcast-Netzen.


„Der heutige Stand der Technik ist noch nicht so weit, dass Bevölkerungs-Alarmierung über Massen-SMS stattfinden könnte. Aus heutiger Sicht nach vorne geblickt ist es das so genannte Cell Broadcast, welches den Erfordernissen einer modernen wie zuverlässigen Alarmierung am ehesten gerecht werden könnte. Das muss man sich ähnlich wie Teletext im Fernsehen, allerdings umgelegt auf das Handy, vorstellen“, informierte Dr. Wolfgang Schwabl, Sicherheitschef von Mobilkom Austria.
In Hinblick auf zunehmend mehr Internet am Handy und mehr Augenmerk auf entsprechende Software, prophezeit er dem Handy für breitenwirksame Alarmierung erhebliche Zukunfts-Chancen.


Auch Werner Hiller, Leiter der AG Technik, Staatliches Krisen- und Katastrophenmanagement aus Wien, hob Österreich, und somit Kärnten, als eines der wenigen EU-Länder mit einem bestens funktionierenden Sirenensystem hervor. „Dennoch ist Fakt, dass zum Beispiel die Art der Gefahr über Sirenen nicht mitgeteilt werden kann.
Heult die Sirene, muss ich erst den Weg zu einem Radio finden, um über die aktuelle Gefahrensituation informiert zu werden. Weiters haben wir heutzutage Schallschutz- und Energiefenster, die den Sirenenton nicht mehr in jedem Fall in das Gebäudeinnere lassen,“ plädiert auch er für ergänzende Warnsysteme, die für eine höhere Dichte bei einer notwendigen Alarmierung der Bevölkerung sorgen.


Um derartige Informationen als kontrollierte Kurznachricht über das Handy schicken zu können, bedürfe es jedoch unter anderem einer Standardisierung bei den derzeit vier verschiedenen Netzbetreibern in unserem Land. Ebenfalls wären die Handy-Erzeuger gefordert, gemeinsam entsprechende Voraussetzungen für ein derartiges Unterfangen zu schaffen. Zur Optimierung der Alarmierung müsse abseits der Technik aber auch noch an einem zuverlässigen wie wirtschaftlich vernünftigen System getüftelt werden. Obwohl noch nicht ausgereift, scheint derzeit auch für Hiller der Weg in die Zukunft über Cell Broadcast zu führen.

 
„99 Prozent unserer Sirenen funktionieren, also gibt es keinen Grund, darauf zu verzichten. Selbstverständlich sind wir aber gegenüber einer weiteren, unterstützenden Alarmierungsmöglichkeit durch das Handy offen. Jedenfalls, sobald alle Unzulänglichkeiten beseitigt sind,“ konnte ebenfalls Landesfeuerwehrkommandant-Stellverteter Hugo Irrasch der Zukunfts-Kombination Sirene und Handy durchaus etwas abgewinnen.

"Hosenträger und Gürtel"
Abschließend forderte Ing. Sieghard Hasler, Präsident des Kärntner Zivilschutzverbandes, alle auf, den kommenden Fortschritt gemeinsam zu machen. Dabei jedoch nicht auf den bewährten Gürtel zu verzichten, sondern dem noch eine Hosenträger hinzuzfügen. Die weiteren Überlegungen drehen sich daher nicht um „Handy statt Sirene“, sondern um „Sirene und Handy“, damit sich die Kärntner Bevölkerung maximal sicher fühlen kann.

 

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