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Strahleneinwirkung

Atom/ Nuklear/ AKW/ Gau

Luft, Wasser, Boden und Nahrung: Wie Strahlen auf uns einwirken

Bei Reaktorunfällen kann die Strahlenbelastung der Bevölkerung auf folgende Weise erfolgen:
- Strahlung aus der darüberziehenden Wolke (Submersionsdosis)
- Strahlung von am Boden abgelagerten Radionukliden (Dosis durch Bodenstrahlung)
- Einatmen von in der Luft schwebenden radioaktiven Partikeln (Inhalationsdosis)
- Verzehr von kontaminierten Nahrungsmitteln oder Wasser (Ingestionsdosis)

Externe Strahlung

- Submersionsdosis:
Die Strahlung aus der Wolke ist nur während des Wolkendurchzugs wirksam, also über einen Zeitraum von einigen Tagen, maximal zwei Wochen. Die Zeitdauer hängt dabei von der Dauer der Freisetzung (Unfalldauer), die bis zu einigen Tagen betragen kann, und von den Windverhältnissen ab.

- Dosis durch Bodenstrahlung:
Die Strahlung der am Boden abgelagerten Radionuklide beginnt ebenfalls mit dem Durchzug der Wolke. Sie ist aber auch noch nach dem Abzug der Wolke vorhanden. Niederschläge während des Wolkendurchzugs führen zu einer starken Erhöhung. Die Dosisleistung wird in der Anfangsphase hauptsächlich durch radioaktive Stoffe mit kurzen Halbwertszeiten (Tellur 132, Jod 133, Jod 135) verursacht, sodaß die Dosisleistung durch die Bodenstrahlung anfänglich rasch abnimmt. Beispielsweise hat das stark vertretene Tellur 132 eine Halbwertszeit von 78 Stunden. Bei der externen Strahlung versprechen Maßnahmen den größten Erfolg, die den Aufenthalt im Freien beim Durchzug der radioaktiven Wolke beschränken.
Da es aber auch noch später durch die niedergeschlagenen Aktivitäten zu einer äußeren Bestrahlung kommt, sind zusätzliche Maßnahmen, die zu einer Belastungsreduktion führen, wie die Reinigung von Oberflächen, erforderlich. Schutz gegenüber der externen Strahlung ist vor allem während des Durchzugs der radioaktiven Wolke, und solange die am Boden abgelagerten radioaktiven Stoffe mit kurzen Halbwertszeiten noch stark aktiv sind, notwendig.

Interne Strahlung

- Inhalationsdosis:
Die Dosis durch Einatmen radioaktiver Teilchen ist nur während der durchziehendenWolke gegeben, also über einen Zeitraum von einigen Tagen, maximal zwei Wochen. Schutzmaßnahmen zur Dosisreduktion sind daher nur während dieses Zeitraumes wirksam und sinnvoll. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen lauten daher:
1. Den Aufenthalt im Freien während des Durchzugs der radioaktiven Wolke beschränken.
2. Für eine möglichst saubere Innenraumluft sorgen. Um die Inhalation der radioaktiven Aerosole, die durch Undichtheiten der Fenster und Türen in die Aufenthaltsräume eindringen, zu reduzieren, werden hier in besonderem Maße Filtersysteme zum Ziel führen, wie sie von der Schutzraumtechnik angeboten werden.

- Ingestionsdosis:
Die radioaktive Kontamination der wichtigsten Nahrungsmittel ist in der Anfangsphase am höchsten, sie kann aber - zumindest in einigen Nahrungsmitteln über einen längeren Zeitraum - oft mehrere Jahre von Bedeutung sein.
Die Strahlenbelastung ergibt sich vor allem durch Nahrungsmittel, die dem direkten radioaktiven Niederschlag während des Durchzugs der Wolke ausgesetzt waren. Die Radioaktivität in diesen Nahrungsmitteln klingt jedoch innerhalb weniger Wochen sehr stark ab. Pflanzen, die später auch auf demselben kontaminierten Boden angebaut werden, weisen nur mehr sehr geringe Aktivitätskonzentrationen auf, da die Aufnahme von Radionukliden über die Pflanzenwurzel gering ist. Ausnahmen bilden Pilze, deren Mycel in organischen Bodenzonen (z.B. Zone abgefallener Nadeln im Wald) wächst.
Die möglichen Kontaminationsgrade hängen stark von der Jahreszeit ab. Eine genaue Festlegung von Maßnahmen ist daher im vorhinein nicht möglich. Detaillierte Anweisungen erfolgen im Anlaßfall durch die Behörden, die anhand von Messungen und Prognoserechnungen genaue und zuverlässige Vorhersagen erstellen können.
Grund- und Quellwasser weist in jedem Fall sehr geringe Kontaminationswerte auf, da die in Frage kommenden radioaktiven Stoffe entweder zu kurze Halbwertszeiten haben, um bei Quellaustritt noch radiologisch bedeutsam zu sein, oder im Boden so gut gebunden werden, daß sie nicht in das Trinkwasser gelangen können. Ausnahmen stellen bakteriologisch problematische Wasserversorgungen dar, die auch für radioaktive Stoffe zumeist nur geringe Reinigungsfaktoren aufweisen, sowie Regenwasser während des Durchzugs der Wolke. Dieses weist hohe Radioaktivitätskonzentrationen auf, weshalb bei Zisternenwasser Vorsicht geboten ist.

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