Schutzräume in Österreich
Atom/ Nuklear/ AKW/ Gau
Insgesamt stehen in Österreich ca. 2 Millionen Schutzraumplätze zur Verfügung, der Großteil davon in Privathäusern. Rund 158.000 Plätze befinden sich in Bundesbauten (Schulen und Dienststellen des Bundes), die den dort untergebrachten Schülern und Bediensteten zur Verfügung stehen.
Bezieht man diese Zahl auf die in Österreich lebende Bevölkerung (Wohnbevölkerung gemäß Volkszählung 2001: 8.031.000 Einwohner) so sind für ca. 26 Prozent der Bevölkerung Schutzräume baulich vorhanden.
Da die Schutzraumverordnungen in den einzelnen Bundesländern jedoch nicht einen funktionsfähigen fertigen Schutzraum vorgeschrieben, sondern meist nur die baulichen Vorkehrungen für einen später fertigzustellenden Schutzraum verlangt haben, ist ein Großteil der ausgewiesenen Schutzraumplätze derzeit nicht voll einsetzbar. Auch wurde die Verpflichtung zum Bau von Schutzräumen in den letzten Jahren aus den Bauordnungen der meisten Bundesländer herausgenommen.
Realistischerweise muß daher davon ausgegangen werden, daß in Österreich für etwa 3 Prozent der Bevölkerung sofort voll einsetzbare Schutzräume bereitstehen, für weitere 23 Prozent die baulichen Vorkehrungen für einen Schutzraum vorhanden sind. Eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Schutzraumplätzen würde bei gleichbleibender Schutzraumbautätigkeit noch Jahrzehnte erfordern.
Großschutzräume, etwa in vorhandenen Stollen, Garagen etc., könnten dieses Schutzraumdefizit zwar verringern. In der Praxis erscheint jedoch ein Konzept, das einen mehrtägigen Aufenthalt einer großen Menschenmenge einkalkuliert, nur schwer durchführbar. Dies ist vor allem bei Katastrophen der Fall, die ihre Ursachen in der Industriegesellschaft haben und bei denen die Vorwarnzeiten naturgemäß sehr kurz sind.