Aktuelles

Schweres Erdbeben nahe der Küste von Chile

  • Erdbebenschutz Ratgeber Cover 1 ©
Der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik meldet:

Am Donnerstag, den 17. September 2015 ereignete sich nachts um 00:54 Uhr MESZ (19:54 Uhr Ortszeit) nahe der Küste von Chile - etwa 150 km nördlich von Valparaiso - ein schweres Erdbeben der Magnitude 8,4. Die Tiefe betrug nach Angaben von USGS 25 km. Es kam zu einem Tsunami von bis zu einigen Metern Höhe, eine Evakuierung der Küstenbereiche wurde angeordnet.

Nach Medienangaben gab es mindestens zwei Tote, mehrere Verletzte und Schäden an Gebäuden. Es haben sich bereits mehrere starke Nachbeben mit einer Magnitude von bis zu 7,0 ereignet.

(Quelle: ZAMG / Mag. Rita Meurers/Seismologin)

Zirka 50 Erdbeben pro Jahr in Österreich

Österreich ist viel weniger gefährdet ist als Italien, Griechenland oder die Türkei, trotzdem kommt es auch bei uns pro Jahr zu ca. leichten 50 Erdbeben. 1927 ereignete sich in Schwadorf ein starkes Beben, welches Teile der Ortschaft beschädigte. 1972 bebte die Erde im südlichen Wiener Becken - dabei waren mehr als 800 Feuerwehreinsätze in Wien nötig.

Richtiges Verhalten bei Erdbeben

Vor einem Erdbeben:

  • ÖNORM beim Bauen beachten, auf einen guten Bauzustand des Hauses achten!
  • In der Wohnung schwere Möbel in der Wand gut verankern, über den Betten keine schweren Bilder oder Regale aufhängen.
  • Sichere Plätze in der Wohnung festlegen, das sind im allgemeinen Plätze in der Nähe von tragenden Wänden, unter Türstöcken; lebensnotwendige Medikamente, Notgepäck bereithalten.
  • Die Lage des Hauptschalters für Strom und die Absperrventile für Wasser oder Gas einprägen, auch Nachbarn informieren.
Während eines Erdbebens:
  • Im Haus weilende Personen sollen schon früher ausgewählte Plätze aufsuchen und das Ende des Erdbebens abwarten.
  • Im Freien befindliche Personen sollen dort bleiben und Sicherheitsabstand zu Gebäuden (herabfallende Dachziegel, Schornsteine etc) und Freileitungen einhalten. In engen Straßen am besten den nächsten Hauseingang oder die nächste Hauseinfahrt aufsuchen.
Nach einem Erdbeben:
  • Offene Feuer (Kamin, Kerzen etc) löschen, Strom mit dem Hauptschalter ausschalten, Haupthähne von Gas und Wasser schließen, Verletzte versorgen, Bauschäden überprüfen, bei Einsturzgefahr mit Notgepäck das Haus umgehend verlassen.
  • Im Freien Sicherheitsabstand zu Gebäuden einhalten, weil Nachbeben weitere Schäden verursachen könnten und Gebäudeteile herabstürzen könnten.
  • Über Radio durchgegebene Verhaltensinstruktionen beachten; nötigenfalls anderen Hilfe leisten.
  • Häuser oder Wohnungen erst wieder nach Entwarnung verlassen!
  • Privatfahrten mit Kfz und unnötige Telefonate möglichst unterlassen, damit die Hilfsdienste nicht behindert werden.

BM.I Erdbebenschutz-Ratgeber

Das Bundesministerium für Inneres hat nun in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) seinen Erdbebenschutz-Ratgeber überarbeitet und veröffentlicht. 

Obwohl die Erde hierzulande vergleichsweise nur selten bebt, sollten Sie auch an Ihre Urlaube denken. Man sollte sich vorab nicht nur über das Wetter, Impfungen und Preise informieren, sondern auch über die dortigen Naturgefahren. Denn ein schweres Beben oder ein Hangrutsch unter Wasser kann einen verheerenden Tsunami, wie in Sumatra oder Thailand, auslösen.

Das BM.I informiert in seinem neuen Erdbebenschutz-Ratgeber über die Ursache von Beben, die Vorhersage und Frühwarnsysteme, den österreichischen Erdbebendienst, die Erdbeben in Österreich und gibt Ihnen Ratschläge zum Schutz vor Beben.   

BM.I Erdbebenschutz-Ratgeber als PDF

Quellen und weitere Informationen:

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
Erdbeben melden
Live-Seismogramm

« zurück