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ZAMG Wetterwarnung: Starke Niederschläge

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Von 11. September bis Sonntag, 14. September 2014, sind in vielen Regionen Österreichs 60 bis 80 Millimeter Regen zu erwarten, im Osten und Südosten um 100 Millimeter. Muren und zumindest kleinräumige Überschwemmungen sind möglich. Auch in vielen anderen Ländern Mitteleuropas wurden Wetterwarnungen ausgegeben.

Starkniederschläge in Form von Starkregen oder Starkschneefall verursachen Hochwasser, Hangrutschungen, Felsstürze, Gebäudeeinstürze und andere bedrohliche Situationen. Von Starkregen spricht man zum Beispiel bei einer Menge von 10 mm Niederschlag je Stunde. Starkregenereignisse können jedoch auch wesentlich heftiger ausfallen.

 

ZAMG-Wetterwarnungen
 
Hier finden Sie die aktuellen Wetterwarnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

 

Hochwasser: Nützliche Tipps zur Vorsorge

Bei kontinuierlichem Regen und dementsprechend hoher Niederschlagsmenge kommt es bei Flüssen und Bächen, aber auch an unerwarteten Stellen zu Hochwasser.

Der erste Schritt zur Vorsorge ist die Klärung der Frage „Kann ich von Hochwasser bedroht werden?" – Dafür ist die Beobachtung der Umgebung der Wohnlage, aber auch des benutzten Verkehrsweges, des Schulweges der Kinder, etc notwendig:

  • Sind Flüsse, Bäche oder die Donau in der Nähe? Oft muss man dazu ein wenig genauer schauen, um nicht den großen Fluss hinter dem Damm zu übersehen (z. B. Straßen in Augebieten).
  • Gibt es Hänge in der Nahe? Auch wenn dort kein Gewässer fließt, kann plötzlicher starker Niederschlag Abgänge von Wassermassen, Schlamm und Geröll hervorrufen. 
  • Gibt es in der Nähe Teiche, die überlaufen könnten? 
  • Ist in der Gemeinde bekannte dass es schon einmal ein Hochwasser dort gab?
  • Wie sieht es mit der Kanalisation aus? Kann der Kanal übergehen? 
  • Könnten Bäume in der Nähe von Wassermassen unterspült werden und umstürzen? 
  • Gibt es ausgetrocknete Flussläufe, Bachbeete etc?

Was tun, wenn man sich im möglichen Gefahrenbereich befindet?

1. Vorbereitung:
  • Notgepäck und Dokumente für ein eventuell notwendiges Verlassen des Hauses vorbereiten.
  • Wo sind die Hauptschalter für Wasser, Strom, Heizung, Gas, Öl etc? - Abdrehen, wenn das Wasser kommt! 
  • Gibt es Tiere (Landwirtschaft), die im Notfall evakuiert werden müssen - wohin mit ihnen? 
  • Kontakthalten und Informationsaustausch mit dem Nachbarn, da das Hochwasser z.B. die Telefonleitung lahmlegen kann. 
  • Wohin kann ich im Notfall gehen? Notquartiere bei Verwandten, Freunden. 
  • Vorbereitung des Kellers: Von Gegenständen, die nicht naß werden dürfen, räumen! 
  • Fahrzeuge aus der Garage in Sicherheit bringen. 
  • Laufend sich bei der Gemeinde informieren, wie die Situation sich entwickelt. 
  • Gegebenenfalls Sandsäcke und Dichtmaterial vorbereiten bzw. anbringen! 
  • Besser einmal zuviel vorbereitet als einmal zu wenig!
2. Achtung auf:
  • Mögliches Sirenensignal (Warnsignal: 3 Minuten Dauerton) - dann Radio/TV aufdrehen! 
  • Lautsprecherdurchsagen beachten
  • Beginnender Stegbau 
  • Anweisungen der Behörde beachten!
3. Nachher:
  • Problem Trinkwasser: Da das Trinkwasser unbrauchbar seit kann, ist ein Wasservorrat günstig.
  • Erst mit dem Auspumpen des Kellers beginnen, wenn draußen der Wasserstand sinkt, da sonst Unterspülung droht!

Letzte Vorbereitungen - „Wenn es ernst wird!"

Damit die notwenigen Tätigkeiten rechtzeitig erledigt werden können, ist eine ausreichende Zeitspanne notwendig. Durch Beachtung einiger Punkte kann wertvolle Zeit gewonnen werden.

  • Jedes Hochwasser verläuft anders! Ziehen Sie keine Rückschlüsse aus alten Ereignissen.
  • Verfolgen Sie laufend die Wetterprognosen
  • Beachten Sie Radio- und Fernsehmeldungen
  • Lautsprecherdurchsagen verfolgen
  • Anweisungen der Behörden beachten!
  • Angeordnete Maßnahmen umsetzen (z.B.: 1. Stockwerk aufsuchen, Keller nicht mehr betreten, usw.)
  • Informieren Sie sich laufend bei der Gemeinde, wie sich die Situation entwickelt.
  • Beachten Sie die Sirenensignale! Sonderregelungen bei Gemeinden in Tälern mit flussaufwärts liegenden Staudämmen erfragen
  • Nutztiere aus der Gefahrenzonen bringen
  • Kellertanks absichern, technische Einrichtungen eventuell abmontieren
  • Elektronische Anlagen ausschalten oder entfernen!
  • Straßen und Wege können überflutet sein
  • Gefahren erkennen (Auqaplaning, Treibgut, Steinschlag, Muren)
  • Gefährdung durch aufgestautes Treibgut beachten
  • Abdichtmaßnahmen vorbereiten bzw. durchführen
  • Fahrzeuge aus der Garage / vom Abstellplatz in Sicherheit bringen
  • Nachbarschaftshilfe organisieren und durchführen. Nichtbetroffenen sollen Betroffenen unaufgefordert helfen
  • Haupthähne für Gas, Wasser, Strom abdrehen! (Achtung: Tiefkühltruhe)
  • Gegenstände, die nicht nass werden dürfen, aus dem Keller räumen
  • Es kann möglich sein, dass Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung kurzfristig verlassen müssen - Notgepäck griffbereit halten!
  • Eigensicherheit beachten! Unterschätzen Sie nicht die Gewalt des Wassers!
  • Falsches Verhalten (Neugier, Leichtsinn, Selbstüberschätzung) führt immer wieder zu Behinderung der Einsatzkräfte und Unfälle
  • Fahrzeuge, die noch in der Gefahrenzone stehen verursachen erhebliche Probleme bei Hilfseinsätzen aber auch für die Umwelt

Nach dem Hochwasser

  • Informieren Sie Ihre Gemeinde bzw. Ihre Versicherung über eventuelle Schäden
  • Sofort mit den Aufräumarbeiten beginnen. Durch Tierkadaver entsteht sonst Seuchengefahr
  • Abgelagerter Schlamm sollte sofort entfernt werden, denn wird dieser hart, kann er nur mehr erheblichem Kraftaufwand entfernt werden
  • Wenn notwendig Hausbrunnen entkeimen und Wassergüte überprüfen lassen (Vorschriften beachten)
  • Erst mit dem Auspumpen des Kellers beginnen, wenn sichergestellt ist, dass dadurch kein zusätzlicher Gebäudeschaden entstehen kann (Unterspülung)
  • Vorsicht beim Öffnen von Garagen- und Hallentoren
  • Mauerwerk durch geeignete Maßnahmen trocknen, um Schimmelpilzbefall zu verhindern

Auto und Wasser

  • Zeichnet sich die Gefahr eines Hochwassers ab, ist Folgendes zu tun:
  • Fahrzeuge aus der Garage in Sicherheit bringen (eher zu früh als zu spät)
  • Fahrzeuge, die im Freien abgestellt sind, aus der Gefahrenzone (See, Fluss, bereits überflutete Straße) bringen
  • Müssen Sie eine überflutete Straße passieren: „Tasten" Sie sich langsam voran (auch Schrittgeschwindigkeit kann zu schnell sein), dringt Wasser in den Motorraum ein, droht ein kapitaler Schaden
  • Nach längeren Fahrten den Motor abstellen, damit der Katalysator abkühlt, ehe Sie durch das Wasser fahren. Die Temperatur des Katalysators liegt bei etwa 700 Grad, wird er plötzlich abgekühlt, kann der Keramiktopf springen
  • Stand der KFZ bis zur Ölwanne oder gar über die Räder hinaus im Wasser, Motor nicht mehr starten! Schleppen Sie das KFZ nach dem Hochwasser in die nächste Werkstätte

 

Downloads:

Hochwasser Ratgeber

Wetterbedingte Naturgefahren (NÖZSV)

 

Weitere Infos:

ZAMG Wetterprognose                                      

eHyd Aktueller Pegelstand       

HELP.gv Vorgehen bei Katastrophenschäden 

Österreichische Bundesheer  

Bundesfeuerwehrverband    

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