Aktuelles

Schweres Erdbeben in Nepal

  • Erdbebenschutz Ratgeber Cover 1 ©
Das Epizentrum des verheerenden Erdbebens vom 25. April 2015 um 06:11 UTC (11:56 Uhr Ortszeit) lag etwa 80 km nordwestlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Nach Angaben von USGS betrug die Magnitude 7,8. Bei einer Herdtiefe von 15 km waren die Auswirkungen für die Bevölkerung katastrophal. Vier Tage nach dem Beben wird von mindestens 4.400 Todesopfern und tausenden Verletzten berichtet, wobei diese Zahl mit Sicherheit noch steigen wird. Nach Auskunft der nepalesischen Regierung werden sogar bis zu 10.000 Tote befürchtet. Aus den Nachbarländern China, Indien und Bangladesch wurden etwa 90 Tote gemeldet. (Quelle: ZAMG)

Besonders betroffen war die Hauptstadt Kathmandu, in der nicht nur Wohnhäuser zerstört wurden, sondern auch zahlreiche historische Gebäude, darunter die wertvollen Tempel rund um den Durbar-Platz, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählten. In vielen Gebieten des Landes wurden große Teile der Infrastruktur zerstört. Straßen wurden durch große Risse unpassierbar, die Strom- und Wasserversorgung ist unterbrochen und viele entlegene Siedlungen konnten von Helfern noch nicht erreicht werden.

An der Südseite des Mount Everest wurden durch die Erschütterungen große Lawinen ausgelöst, die zahlreiche Bergsteiger und Sherpas unter sich begruben. Es werden mindestens 65 Tote befürchtet.

Monatelange Nachbebentätigkeit zu erwarten

Die Region wurde bereits von schweren Nachbeben erschüttert, die weitere Schäden verursachten und Panik in der Bevölkerung auslösten. Die beiden stärksten ereigneten sich am 25. April um 06:45 UTC (etwa 34 Minuten nach dem Hauptstoß, M6,6) und am 26. April um 07:09 UTC (M6,7). Es ist noch monatelang mit Nachbebentätigkeit zu rechnen. Der Bereich, in dem Nachbeben aufteten, erstreckt sich über eine Länge von mindestens 200 km, das heißt, es gibt durch das Hauptbeben in einem größeren Gebiet hohe seismische Aktivität.

Das Erdbeben ereignete sich im Bereich einer bedeutenden Subduktionszone. Die Indische Platte driftet mit einer Geschwindigkeit von etwa 45 mm/Jahr nach Norden und taucht unter die Eurasische Platte ab. Dabei werden gewaltige Spannungen aufgebaut, die sich ruckartig in Form von Erdbeben lösen. Auch die Auffaltung des Himalayas ist eine Folge des Zusammentreffens der beiden großen tektonischen Platten.

Stärkstes Erdbeben seit 80 Jahren

Im Jahr 1988 gab es bei einem Erdbeben der Stärke 6,9 etwa 1500 Todesopfer, wobei das Epizentrum damals etwa 240 km weiter südöstlich lag. Das stärkste und verhängnisvollste Beben traf die Region im Jahr 1934. Es hatte eine ähnliche Lage wie jenes im Jahr 1988. Dabei kamen bei einer Magnitude von 8,0 vermutlich 10600 Menschen ums Leben.

Ca. 50 Erdbeben pro Jahr in Österreich

Österreich ist viel weniger gefährdet ist als  zum Beispiel Italien, Griechenland oder die Türkei, trotzdem kommt es auch bei uns pro Jahr zu ca. leichten 50 Erdbeben. 1927 ereignete sich in Schwadorf ein starkes Beben, welches Teile der Ortschaft beschädigte. 1972 bebte die Erde im südlichen Wiener Becken - dabei waren mehr als 800 Feuerwehreinsätze in Wien nötig.

BM.I Erdbebenschutz-Ratgeber

Das Bundesministerium für Inneres hat in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) seinen Erdbebenschutz-Ratgeber überarbeitet und veröffentlicht. 

Obwohl die Erde hierzulande vergleichsweise nur selten bebt, sollten Sie auch an Ihre Urlaube denken. Man sollte sich vorab nicht nur über das Wetter, Impfungen und Preise informieren, sondern auch über die dortigen Naturgefahren. Denn ein schweres Beben oder ein Hangrutsch unter Wasser kann einen verheerenden Tsunami, wie in Sumatra oder Thailand, auslösen.

Das BM.I informiert in seinem neuen Erdbebenschutz-Ratgeber über die Ursache von Beben, die Vorhersage und Frühwarnsysteme, den österreichischen Erdbebendienst, die Erdbeben in Österreich und gibt Ihnen Ratschläge zum Schutz vor Beben.   

Verhalten während eines Erdbebens:

  • Ruhe bewahren, Panik vermeiden
  • Nicht ins Freie laufen (Gefahr durch herabfallende Trümmer)
  • Schutz unter einem Türstock oder unter einem stabilen Tisch suchen
  • Nähe von Fenstern meiden Gefahr durch Glassplitter)
  • Aufzüge nicht benützen
  • Im Freien genügend Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Leitungen halten

Verhalten nach einem Erdbeben:

  • Verletzte versorgen
  • Schäden feststellen. Bei größeren Schäden, Haupthähne von Gas und Wasser schließen, Strom abschalten
  • Gebäude verlassen (Aufzüge nicht benützen). Notgepäck mitnehmen. Vorsicht vor herunterfallenden Dachziegeln und Glasscheiben
  • Draußen Sicherheitsabstand zu Gebäuden einhalten (Gefahr von Nachbeben)
  • Batterieradio einschalten und behördliche Anordnungen beachten


BM.I Erdbebenschutz-Ratgeber als PDF

 

Quellen und weitere Informationen:

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
Erdbeben melden
Live-Seismogramm

« zurück